Montag, 10. April 2017

Travelling - Kreta - Elafonisi Beach

Stellt euch Sand vor, so weich und warm, dass man darin bequemer liegt als in eurem eigenen Bett. Stellt euch Farben vor, intensiver als auf Fotomontagen in Urlaubskatalogen. Stellt euch eine Landschaft vor, so unwirklich, dass ihr mehrmals blinzeln müsst, um zu begreifen, dass ihr wirklich dort seid.
Genau das ist Elafonisi. Pinker Sand, Gesteinsformationen wie vom Mars, Wasser so klar und türkis wie man es sonst nur aus der Karibik kennt. Ich habe in meinem Leben so etwas noch nie gesehen und wann immer ich vom perfekten Strand rede, denke ich genau an diesem.

Unser Urlaub auf Kreta ist nun schon fast ein Jahr her und ich möchte bitte sofort wieder zurück. Den ganzen Urlaub noch einmal durchleben und vor allem noch einmal an diesem Strand liegen.

Wollt ihr Elafonisi erreichen, braucht ihr entweder ein gutes Auto oder ihr nehmt an einer der vielen Touri-Touren teil. Der Weg zum Strand ist lang und - ehrlich gesagt - ziemlich beschwerlich. Eng und unübersichtlich schlängelt sich die Straße an den Bergen entlang, durch kleine Dörfer und an tiefen Schluchten entlang. Zeitweise war mir wirklich ein bisschen mulmig zumute. Angekommen sucht man sich am besten einen der wenigen Parkplätze unter einem der spärlichen Bäume, um dem Auto zumindest ein bisschen Abkühlung zu gönnen. Dann packt ihr eure sieben Sachen und macht euch auf den Weg zum Strand. Lang und voll streckt sich die Sandwüste vor euch aus. Am Strand liegen viele viele Menschen, die Handtücher nah aneinander. Im Wasser stehen jede Menge Menschen mit Selfie-Sticks und grinsen in die Kamera, können es selbst gar nicht glauben, in der schönsten Badewanne Griechenlands zu stehen. Am besten wandert ihr an all diesen Menschen vorbei, nehmt entweder den (ausgeschilderten) Weg durch die Dünen oder watschelt durch das Wasser hin zu leereren Stellen. Und genau dort lasst ihr euch nieder, baut euer Strandlager auf, legt euch hin und seufzt ein Mal ganz laut. Genau so haben wir es auch gemacht. ;-)

Aber, wie so oft bei meinen Kreta-Posts, sprechen die Bilder für sich.


















Na, wer kommt jetzt mit?

Fühlt euch gedrückt,
eure Kathy

Montag, 23. Januar 2017

Travelling - Kreta - Maroulas und Rethymno

Wer es bis jetzt noch nicht herausgelesen hat, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen: Kreta ist eine Trauminsel!

Und mit diesen Worten melde ich mich aus meiner, sagen wir, Winterpause, wieder zurück. In den letzten Monaten ging es bei uns privat drunter und drüber. Ein neuer Job, jetzt wieder leider kein Job, viel Arbeit und gesundheitliche Probleme in der Familie. Gut, dass sich jetzt langsam alles wieder zum Guten wendet. Genug Zeit und Elan also, um mich wieder meinem Online-Baby zu widmen und euch ein paar Bilder von eitel Sonnenschein um die Ohren zu hauen.


Bevor wir nach Kreta geflogen sind, habe ich mir einen Reiseführer gekauft. Das mache ich vor jeder meiner Reisen. Nicht unbedingt, weil ich ihn dann 24/7 mit mir schleppe und jedem Tipp nachgehen möchte, sondern einfach um ein bisschen über das Land und die Leute zu erfahren. Außerdem macht sich so ein Reiseführer im Schrank ganz gut als Erinnerungsstück.
Neben dem Studieren des Reiseführers habe ich dieses Mal aber vor allem eines gemacht: ich habe mir "Geheimtipps" geben lassen. Unsere Hotel-Inhaber waren da mehr als bereit zu und haben auf meine to-see-Liste ein kleines Dorf nach ganz oben gesetzt: Maroulas.

Nach Maroulas kommt man eigentlich nur, wenn man sich einen Wagen gemietet hat. Damit juckelt man dann über verschlungenen Straßen der Insel und plötzlich ganz hoch hinauf. Durch ziemlich enge Kurven, über nicht so ganz befestigte Straßen und an streunenden Ziegen und Eseln vorbei, irgendwann weist einen ein kleines Schild auf das Berg-Dörfchen hin. Und dann ist man quasi auch schon da. Sandsteinfarbene Häuse, dazwischen Blumen und kleine selbst gemachte Deko-Artikel, alles in dem Dorf schreit irgendwie KRETA. Nur Menschen, die haben wir kaum gesehen. Lag vielleicht auch an der Uhrzeit, zu der wir ins Dorf getrudelt sind. Es war schließlich fast Mittag und eigentlich Zeit für ein Mittagsschläfchen. Jedem Kreta-Besucher kann ich einen kleinen Ausflug in das Dorf mit Aussicht nur empfehlen. Durch die Gassen streifen, den Blick in die Ferne genießen und am Ende gemütlich was essen gehen. Uns hat man ein Restaurant auf dem Gipfel des Dorf-Bergs empfohlen. In der Taverne Fantastico wird noch alles selbst gemacht, das Essen einfach, aber wirklich lecker. Bei der Aussicht könnte man unglaubliche Preise erwarten, aber für knapp zehn Euro haben wir eine tolle Mahlzeit plus Getränk bekommen.



















Nach unserem Ausflug in die Einsamkeit haben wir uns auf den Weg nach Rethymno gemacht. Die Stadt ist eine der größeren auf der Insel und vor allem für ihr Flair bekannt. Viele Studenten und Alternative wohnen hier, deswegen wird Kunst groß geschrieben. Außerdem findet man in den Gässchen viele Bars und Restaurants. Wir haben uns einfach treiben lassen und in jedem zweiten Lädchen über die hübschen Details gestaunt. Das Herz der Stadt ist aber der alte Hafen plus historischer Hafenmauer. Die Fotos sprechen hier für sich.














Solltet ihr mal nach Kreta fahren, ist das der perfekte Tagesausflug. Wer noch ein bisschen Nachtleben genießen will, der beginnt den Tag einfach später und verbringt die Nacht einfach in Rethymno.

Auch beim nächsten Mal erzähle ich euch noch ein wenig über Kreta, dann ist endlich der allerallerschönste Karibik-Strand dran. ;-)

Fühlt euch gedrückt!
Eure Kathy


Sonntag, 23. Oktober 2016

Travelling - Kreta - Agios Antonios Canyon

Eine der prägendsten Erfahrungen unseres letzten Urlaubs war der Trip zum Agios Antonios Canyon. Hier habe ich gelernt, dass ich zu mehr fähig bin als ich jemals gedacht habe, dass ich in der Lage bin, meine eigenen Ängste zu überwinden und dass genau das mir riesige Freude bereitet.


Alles fing früh morgens an. Von den Mitarbeitern der Hapimag-Anlage hatten wir einen Geheim-Tipp bekommen. Statt - wie alle anderen Touris - eine lange Tour durch die Samaria-Schlucht zu machen, haben wir uns für einen kleineren unbekannteren Canyon entschieden. Wie aus einem Abenteuer-Film, hat man uns gesagt. Und wer kann bei solchen Versprechen schon widerstehen?

Rucksäcke gepackt, Navi eingestellt und schon ging es durch Berg und Tal zum Eingang des Agios Antonios Canyon. Ich hab es an anderer Stelle schon mal getan, aber auch jetzt will ich unbedingt darauf hinweisen, dass ein vernünftiges Auto auf der bergigen Insel Gold wert ist. Ein kleines übrigens auch. ;-) Denn wer sich durch enge steile Gassen und dicht bebaute Städte schlängeln will, kommt mit einem dicken SUV nicht weit.


Am Eingang der Schlucht angekommen sieht zunächst alles ziemlich harmlos aus. Nette Schilder weisen in eine gemütliche Taverne, andere zu dicken trägen Eseln, die ihre Köpfe über dicke Holzzäune den Besuchern zum streicheln entgegen strecken. Dafür hatten wir an dem Morgen aber keine Zeit, schließlich hat ein echtes Abenteuer auf uns gewartet.
Die ersten Meter durch die Schlucht sind easy. Mit ordentlichen Schuhen schafft das jeder und kann zwischen üppigem Grün die frische Luft genießen. Am Boden der Schlucht schlängelt sich ein mehr oder weniger voller Fluss seinen Weg zwischen die Felsen hindurch. Man passiert eine erste wackelige Holzbrücke, die sich aber hervorragend als Fotomotiv eignet. Danach trifft man einen gemütlichen Grillplatz und jede Menge Sitzfelsen. Wer sich nicht anstrengen mag, für den ist hier definitiv Schluss. Maximal der Gang zum Antonios-Denkmal ist noch drin. Die kleine Kapelle ist in Stein gehauen und viele Pilger lassen hier seit Jahrhunderten Opfergaben zurück. Ich finde solche Stätten immer faszinierend. Man kann die Geschichte, die in den Felsen steckt, richtig spüren.

Für uns ging es allerdings weiter. An der zweiten Brücke hat man die Wahl. Geht man rechts, wandert man über einen einigermaßen gut ausgebauten Wanderweg und kann irgendwann einen steilen Weg hoch zu einem Aussichtsplateau kraxeln. Die Aussicht ist fantastisch! Geht man allerdings links über die Brücke und weiter die Schlucht hinab, lässt man sich auf ein richtiges Abenteuer ein.
Da wir wirklich sehr früh auf den Beinen gewesen sind und den Eingang der Schlucht schon gegen acht Uhr betreten haben, war kein anderer Mensch zu sehen. Um uns herum nichts weiter als Felsen, tropische Pflanzen, die ein bisschen an Urwald erinnern, bunte Schmetterlinge und singende Vögel.
Ich rate jedem, sich hier ab und zu die Zeit zu nehmen, stehen zu bleiben und sich umzusehen. Ganz im ernst, so stelle ich mir das Paradies vor! Allerdings weniger anstrengend. Denn der Weg durch das Paradies ist steinig und nicht gut ausgebaut. Zwischendurch fühlt man sich wie Indianer Jones...in weiblich natürlich. Hat nur noch mein Hut gefehlt. Strickleitern helfen, sich an riesigen runden Felsen hinab zu schlängeln, provisorische Holzleitern führen über Abgründe und teilweise ziemlich reißende Flussteile und statt einem vernünftige Geländer, schützen einen nur Kletterseile davor, von den fußbreiten Klettersteigen zu stürzen. Man quetscht sich zwischen Felsen hindurch, watet durch Flussläufe und kann, wenn man sehr mutig ist, sogar unter einem versteckten Wasserfall duschen.
Aber was rede ich viel herum, die Fotos sprechen Bände!












Wer ein echtes kleines Abenteuer erleben möchte, sollte genau diesen Ausflug machen - aber nicht allein! Denn allein ist hier wirklich ziemlich allein. Vier Stunden sind wir durch die Schlucht geklettert und keiner Menschenseele begegnet. Wenn hier etwas passiert, kann einem niemand so schnell helfen. Vorsicht ist also geboten, aber es lohnt sich!