Sonntag, 22. Oktober 2017

Magisches Island - Ein Roadtrip

Stellt euch vor, ihr fahrt durch ein Märchenland. Links ragen Berge in die Höhe, die Kuppeln sind mit weißem Schnee bedeckt, Wasserfälle säumen die grünen Berghänge, malerische Flüsse bahnen sich ihren Weg in Richtung Meer. Rechts geht eine schwarze Sandwüste in das Meer über. Die Gischt wilder Wellen säumt den Horizont. Über dem erheben sich mächtige Wolken, lassen euch spüren, wie klein und unbedeutend ihr auf dieser Welt seid. Ein heftiger Windstoß lässt das Auto wackeln und holt euch wieder zurück ins Hier und Jetzt.
So ungefähr fühlt es sich an, durch Island zu fahren.

Wann immer mich jemand fragt, ob Island genauso schön ist, wie ich es erwartet habe, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Nein, Island ist noch viel viel schöner als ich gedacht habe. Ich würde dieses Land eher als ein Gefühl beschreiben: Freiheit, Liebe, Ehrfurcht und Selbstbewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes. Noch nie in meinem Leben war ich mir meiner selbst so bewusst, habe mich so ehrfürchtig bewegt, so viel Liebe für ein Land und das Leben empfunden und mich gleichzeitig so frei von allen Zwängen gefühlt.

Island ist Magie. In der Landschaft und für die eigene Seele.



Island in 11 Tagen

Die Zeit.
Eigentlich reichen 11 Tage nicht. An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen, "normale" Straßenabschnitte werden zu wahren Wunderländern und man möchte mindestens alle zwei Meter stehen bleiben, um die Landschaft zu betrachten und Fotos zu machen. Daher muss man sich ein Ziel stecken. 11 Tage sind realistisch. Es bleibt genug Zeit, um die wichtigsten Stopps einzuplanen und um gleichzeitig ein wenig zu genießen. Beim nächsten Mal bleibe ich allerdings 3 Monate, habe ich beschlossen. ;-)

Der Plan. 
Die einfachste und beste Möglichkeit, um Island in der Gänze kennenzulernen, ist die Ringstraße. 1339 Kilometer fast durchgehend asphaltierte Straße. Sie führt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ist Islands Straße Nummer 1. Wir sind die komplette Ringroad gefahren und haben außerdem noch einen Abstecher nach Snaefellsnes gemacht.
Der folgende Plan ist nur ein Vorschlag und gibt genau das wieder, was wir gesehen und gemacht haben. Natürlich gibt es überall noch so viel mehr zu sehen... :-D



Tag 1.
Von Düsseldorf nach Keflavik. Der Hauptflughafen Islands liegt eine halbe Stunde Autofahrt von Reykjavik entfernt. Hier haben wir unseren Mietwagen abgeholt und uns dann auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Nachdem wir unsere Sachen im Guesthouse rausgeschmissen hatten, ging es auf eine erste Entdeckungstour in die Innenstadt.
Sehenswürdigkeiten: Hallgrimskirkja, alter Hafen, die beste Burger-Bude Islands.
Unterkunft: Capital Inn Reykjavik

Tag 2.
Früh aufstehen ist angesagt. Nach dem Frühstück geht es auf die Ringstraße in Richtung Vik. Zuerst ist der sogenannte Golden Circle dran. Eine Rundtour, die von Reykjavik aus an einem Tag zu bewältigen ist und oft als Tagestour von Reiseunternehmen angeboten wird.
Sehenswürdigkeiten: Geysir Strokkur, Gullfoss, Seljalandsfoss.
Unterkunft: Welcome Hotel Lambafell



Tag 3.
Schnell um acht Uhr frühstücken und zurück auf die Straße. Heute steht richtig viel auf dem Programm.
Sehenswürdigkeiten: Skogafoss, Solheimsandur Flugzeugwrack, Dryholaey Leuchtturm/Halbinsel, Reynisfjara und Vik, Fjadrargljufur Canyon.
Unterkunft: Hörgsland Guesthouse

Tag 4.
Heute wird es eisig kalt und wir machen einiges an Strecke. Dicke Socken an, Mütze auf und los gehts in Richtung des Skaftafell Nationalparks.
Sehenswürdigkeiten: Skaftafell Gletscher + Nationalpark mit Svartifoss, Jökursarlon Gletscherlagune, Diamond Beach.
Unterkunft: AirBnb in Höfn



Tag 5.
Für uns einer der anstrengendsten Tage unserer Reise und sehr abenteuerlich. Bereitet euch auf eine Fahrt über eine Schotterstraße und einer eigentlich wunderschönen Küstenstrecke vor.
Sehenswürdigkeiten: Stokksnes Beach, Seydisfjordur.
Unterkunft: Modir Jörd Organic B&B in Vallanes

Tag 6.
Vom Osten des Landes geht es jetzt in den Norden. Das Ziel: Islands "Hauptstadt des Nordens" Akureyri.
Sehenswürdigkeiten: Dettifoss, Hverarönd, Dimmuborgir, Myvatn Nature Bath.
Unterkunft: Skjaldarvik Guesthouse



Tag 7.
Heute bleiben wir in Akureyri und entspannen uns ein wenig.
Sehenswürdigkeiten: Akureyri, Whale Watching.
Unterkunft: Skjaldarvik Guesthouse

Tag 8.
Die längste Strecke des Roadtrips steht bevor. Heute geht es aus dem Norden auf die östliche Halbinsel Snaefellsnes. Wir legen über 300 Kilometer zurück
Sehenswürdigkeiten: Raudfelsgja, Budakirkja, Londrangar.
Unterkunft: Guesthouse Hof.

Tag 9.
Snaefellsnes wird auch die Mini-Version Islands genannt. Heute umrunden wir die Halbinsel und machen uns dann leider auf den Weg zurück nach Reykjavik.
Sehenswürdigkeiten: Wanderung von Arnastapi bis nach Hellnar und zurück, Djupalonssandur Beach, Skardsvik Beach, Ingjaldsholskirkja, Kirkjufell.
Unterkunft: AirBnb in Reykjavik



Tag 10.
Heute ist Badetag und ein wenig Entspannung vor dem Rückflug angesagt. Noch einmal Island in aller Ruhe genießen.
Sehenswürdigkeiten: Sun Voyager, Harpa, Heißer Fluss in Hveragerdi, Blaue Lagune.
Unterkunft: AirBnb in Reykjavik

Tag 11.
Bye Bye Island. Ich verdrücke klammheimlich ein paar Tränen im Auto und verabschiede mich dann aus dem Märchenland.

Gefahrene Kilometer: ca. 2.400



Ihr habt durchgehalten bis hierhin! Zu jedem Tag wird noch ein Post kommen und ich werde euch ein paar weitere Infos und Fotos der einzelnen Stationen liefern.
Ich freue mich schon darauf, unseren Island-Roadtrip zumindest hier noch einmal aufleben lassen zu dürfen.

Eure Kathy


Montag, 18. September 2017

Traveling: Island - Vorfreue auf meinen Traum-Roadtrip

Endlose Straßen, wahnsinnige Ausblicke, beeindruckende Landschaften - so stelle ich mir Island vor.
Ich sehe uns schon im Auto sitzen, bei guter Musik über die Insel fahren, die Sonne zwischen schnell umhertreibenden Wolken, das glitzernde Meer in Sichtweite...


Unsere Vorbereitungen sind im vollen Gange. Blogs und Reiseführer studiere ich schon seit Monaten und lege mir Listen und einzelne Zettel an mit Tipps, Restaurant-Empfehlungen und Wegbeschreibungen.
Die Landkarte liegt Zuhause auf dem Schreibtisch, alle wichtige Punkte unseres Reiseplans sind farbig markiert und - inspiriert von Juli - habe ich uns eine Art eigenen Reiseführer angelegt. Für jeden Tag steht da eine Art Stundenplan, das Hotel plus die wichtigsten Infos und kleine Bilder der Sehenswürdigkeiten, die auf unserem Plan stehen. Denn bei den ganzen Fosses (Foss = Wasserfall) kommt schon mal durcheinander.
Am Wochenende haben wir angefangen, unsere sieben Sachen zusammenzulegen, sozusagen den Koffer zu packen. Vom Rucksack über das superschnell trocknende Mikrofaser-Handtuch bis hin zum Kameraequipment, so gut war ich noch nie auf eine Reise vorbereitet. :-D


Der Countdown läuft also. Wer mitkommen möchte, kann das via Instagram tun. Ich werde euch auf dem Laufenden halten soweit es mein Empfang zulässt.

Solltet ihr noch Tipps und Ideen haben, immer her damit! Ich freue mich drüber!


Dienstag, 12. September 2017

Traveling - Kreta - Heraklion und Knossos

Früher - also ganz früher, als ich noch ein wenig grün hinter den Ohren war - wollte ich mal Ägyptologie oder Archäologie studieren. Mir erschien es damals als die ultimative Idee, den ganzen Tag in historischem Sand zu knien, verlorene Schätze auszugraben und die Vergangenheit zu entdecken. Denn wer weiß, vielleicht hätte ich einen neuen Pharao gefunden oder das Geheimnis des ewigen Lebens entdeckt? Ganz so wie in meinen geliebten Abenteuerromanen eben.

Ein bisschen später habe ich dann entdeckt, dass ich 1. Französisch in der Schule hätte lernen müssen und nicht Latein und dass ich 2. vielleicht doch lieber über Abenteuer schreibe statt sie selbst zu erleben. So bin ich dann vom Schreiben zur Kamera gekommen und auf Umwegen übers Fernsehen im Marketing gelandet.
Und jetzt reise ich nun mal zu historischen Orten statt sie selbst auszugraben. Aus diesem Grund war es natürlich total logisch, dass wir im letzten Jahr, während unseres Kreta-Urlaubes, auch Knossos besuchen mussten.


Wem Knossos jetzt nichts sagt, dem kann ich weiterhelfen. Hinter dem Namen Knossos stecken die Überreste eines mächtigen minoischen Palastes. Von hier aus wurde von etwa 2000 bis 1400 vor Chr. Kreta regiert. Heute ranken sich viele Legenden um die weitläufigen Ruinen. So etwa, dass hier zum Beispiel das berühmte Labyrinth des Minotaurus gestanden hat. Über 1200 Räume soll es damals gegeben haben. Kein Wunder also, dass wir heute denken, zwischen den Mauern hätte sich locker ein Fabelwesen verstecken können.


Von Damnoni aus macht man sich zunächst über gewungene Bergstraßen auf den Weg Richtung Heraklion. Heraklion ist eine der größeren Städte der Insel und außerdem Standort des passenden Museums zur Ausgrabungsstätte - und damit auch eine Station unseres Tagesausflugs. Zuerst ging es aber zum historischen Höhepunkt. Kaum angekommen wird man freundlich auf einen staubigen Sandparkplatz gewunken, parkt und quetscht sich dann, gemeinsam mit zahlreichen Touristen, Autos und Souvenirverkäufern, Richtung Haupteingang. Hier hat man die Möglichkeit, ein Einzelticket für Knossos zu kaufen oder gleich das Kombi-Ticket (Knossos + Museum). Wir haben die Kombi-Variation genommen und sind dann durch die Ruinen gelaufen.
Im Grunde braucht man nicht besonders lange bis man das gesamte Areal erkundet hat. Aber es lohnt sich, ein wenig zu verweilen, sich die ausführlichen Beschreibungen auf den Info-Tafeln durchzulesen und ein wenig das historische Ambiente zu genießen. Mich faszinieren solche Orte immer besonders, man spürt das Alter in jedem Stein, auch wenn man dabei von den Massen an Touristen gestört wird.
Cira 1,5 Stunden sind wir durch die Mauerreste gelaufen und haben uns dann auf den Weg zurück zu unserem Auto gemacht. Unterwegs haben wir noch schnell ein zwei Souvenirs für die Verwandtschaft Zuhause eingekauft und sind dann auf dem schnellsten Weg Richtung Heraklion gefahren.
Auf den ersten Blick ist Heraklion keine besonders schöne Stadt. Ihr fehlt der Charme, den zum Beispiel Rethymno ausstrahlt. Die Stadt ist eher aufregend, größer und sehr belebt, bietet - zumindest auf den ersten Blick - viele Gelegenheiten zum shoppen, aber um gemütliche Abende am Meer zu verbringen, ist sie eher ungeeignet. Fast mitten drin liegt das archäologische Museum. Sehr modern und gut klimatisiert, voll freundlicher Mitarbeiter. Die zwei Stunden, die wir hier verbracht haben, waren sehr entspannt. Wenn man es liebt, besondere Dinge zu entdecken und sich vorzustellen, welchen Raum Masken, Waffen und Modelle einst geschmückt haben, macht dieses Museum wirklich Spaß. Es hilft, sich tiefer in die Geschichte der Griechen hineinzuversetzen. Es ist ein kurzweiliges, aber lohnendes Vergnügen und ich würde es jedem empfehlen, der sich ein bisschen für die Geschichte des Landes interessiert oder einfach einen Ort sucht, um einen regnerischen Nachmittag zu verbringen oder vor großer Hitze zu fliehen. ^^




Es hat jetzt fast 1,5 Jahre gedauert bis ich alle Beiträge zu unserem Kreta-Urlaub veröffentlicht habe. Und doch kommt es mir so vor, als seien wir erst gestern aus dem Flieger gestiegen und hätten diese wunderbare Insel erkundet.
Kreta ist so abwechlungsreich, freundlich, abenteuerlich, wunderschön und irgendwie unerwartet, ich würde immer wieder dorthin reisen und kann es einfach jedem empfehlen.

Unsere nächste Reise führt uns nach Island und ich hoffe, dass es dieses Mal nicht so lange dauern wird, bis ich euch von dieser fantastischen Insel berichten kann. Wem es zu lange dauert bis ich meine Eindrücke hier veröffentliche, der kann mir auf Instagram folgen. Über die Stories werde ich euch so gut wie möglich (das liegt vor allem am Empfang) mit in das Land aus Eis und Feuer nehmen. Ich freue mich, wenn wir uns dort wiedersehen!