Freitag, 21. Februar 2014

Stilfrage - wann ist ein Blog ein Blog?

Vorhin bin ich ein bisschen durchs Netz gerauscht und war quasi auf Recherche-Tour. Dabei sind mir jede Menge Blogs aufgefallen, die ich, ehrlich gesagt, nie als Blogs definiert hätte. Einfach, weil sie für mich nicht mehr so aussahen, wie ich mir einen typischen Blog vorstelle und wie er zu sein hat. Und ich hab mich gefragt: bin ich engstirnig? Habe ich mich zu sehr auf ein vorgefertigtes Muster eingefahren? Wann ist ein Blog ein Blog und wann ist er ein Magazin? 

Für mich stellt sich die Frage gerade nicht unbedingt in Sachen Schreibe - den Punkt haben wir ja letztens schon angesprochen - sondern eher in Sachen Aussehen, in Sachen Stil.
Immer öfter stoße ich auf Seiten, die sich noch Blogs nennen, aber irgendwie nicht mehr so aussehen. Für mich sieht es dann eher so aus, als hätte ich eine Magazin-Seite angeklickt oder eine Unternehmens-Seite, trotzdem steht dick und fett Blog oben drüber.

Nehmen wir mal an, ich gehe auf eine Seite, auf der ich einen Header habe, über dem befindet sich schon Werbung. Unter dem Header kann ich zwischen Rubriken und Kategorien wählen, es klappt sich beim drüberfahren mit dem Pfeilchen ein hübsches Drop down-Menü auf und wenn ich etwas anklicke, eröffnen sich mir ganze Universen neuer Artikel. Außerdem habe ich links und recht genug Platz für zusätzliche Werbung oder für diskrete Eigenwerbung. Ist das für euch dann noch ein Blog?

Ich habe also versucht, mal für mich persönlich zu definieren, was einen Blog rein äußerlich ausmacht. Er darf in erster Linie nicht zuuuu professionell wirken, aber ich habe es trotzdem schon gerne, wenn man sieht, dass jemand mit viel Liebe und ein bisschen Handwerkskenntnis dran gearbeitet hat. Schon hier verschwimmt die Grenze - was heißt genau professionell und was ist es nicht mehr?

Ich muss außerdem erkennen können, wer hinter dem Blog steht, heißt, ich will ein Profilfoto sehen oder zumindest ein kleines Bildchen mit Text angezeigt bekommen, das mir sagt, wer der Autor der Beiträge ist. 

Und auch bei den Artikeln selbst ist es nicht ganz so einfach zu behaupten, ein Artikel wäre ein Blogeintrag. Wie professionell dürfen die Fotos noch sein? Wenn ein Blog Fotos von großen Presseverteilern einkauft, ist es dann noch ein Blog?

Ihr merkt, mir fällt es wirklich wirklich schwer, einen Stil festzulegen oder eine Grenze zu setzen.

Wie sieht es bei euch aus? Wie soll ein Blog idealerweise aussehen? Und was darf er können, was nicht? Wann ist ein Blog kein Blog mehr, sondern ein kommerzielles Magazin?


Nachdem ich beim letzten Mal so viele spannende Antworten bekommen habe, bin ich auch jetzt wieder total neugierig, was ihr zum Thema zu sagen habt. Auf los geht's also los... LOOOOOS! ^^

Alles Liebe, eure Kathy


Kommentare:

  1. Hm... das ist eine gute Frage - und jeder wird etwas anderes sagen.

    Wie du ja vielleicht weisst (oder auch nicht), bin ich beruflich Fachinformatikerin und arbeite besonders im Webbereich, d.h. ich code / programmiere Websites, Portale usw. und habe vielleicht allein aufgrund dessen eine ganz andere Wahrnehmung als jemand, der sich damit nicht beruflich auseinandersetzt.

    Für mich ist ein Blog eine Internetpräsenz, die von einem User aus Spaß / in der Freizeit generiert wurde.
    Ich weiß, das klingt jetzt total eingebildet oder abgedroschen, aber wir sagen gerne mal "Doof, doofer, Homepagebaukasten" - man muss halt halt keine einzige Zeile Code schreiben um heutzutage einen Blog aufzubauen. Ich meine das nicht abwertend; im Gegenteil: Dadurch, dass es heutzutage "so leicht" ist Blogs aufzubauen, variieren die Themeninhalte in Blogs und es bleibt nicht mehr denen vorbehalten, die Quelltext schreiben können.
    Auf der anderen Seite nutzen die meisten Blogger Syteme wie Wordpress oder Blogspot - und dadurch sehen (für mich!) Blogs oftmals gleich aus. Natürlich handhabt es jeder ein bisschen anders: Farben werden geändert, dem Header eine andere Größe gegeben, die Marginalie von rechts nach links geschoben o.ä. - aber die Funktionen bleiben irgendwie doch immer die gleichen.
    Was ich damit sagen möchte: Die Möglichkeiten sind von den Funktionen her begrenzt: Die Hauptfunktionen stehen und Plugins können das System erweitern.
    Und für mich ist das genau, was einen Blog ausmacht: Text verfassen, Bilder hochladen, verschlagworten und kategorisieren, kommentieren und den RSS bereitstellen. Es braucht nicht mehr oder weniger.

    Ich behaupte von mir selber, dass ich eine Website habe (Ich habe auch gerade einmal zu deinem Blogowski-Eintrag geklickt. Dort steht bei mir auch das Wort Blog in Anführungsstrichen geschrieben).
    Bei mir ist das so, dass nur die Startseite der Blog ist - alles andere, sind selbstgeschriebene Seiten. Ich habe einfach viel mehr Möglichkeiten, wenn ich den Code selber schreibe, als wenn ich über ein System Seiten anlege. So konnte ich alles nach meinem Geschmack erstellen und suchmaschinenoptimieren oder Funktionen einbauen, die man so nicht in ein Blogsystem einbauen kann.

    Liebe Grüße
    Heidi

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  2. Guten Morgen liebe Kathy! Eine interessante Frage, die Du da aufgreifst. Darüber habe ich mir noch gar nicht so die Gedanken gemacht. Ich lese einfach, was mir Spaß macht und gehe weniger nach der professionellen (oder eben nicht professionellen) Aufmachung. Ich mag aber auch die "privaten" und oft auch noch jungen (kleinen - gemessen an der Leserzahl) Blogs. Allerdings, je mehr Leser ein Blog aufweist, desto weniger schafft man es als Blogbetreiber, mit diesen in Kontakt zu treten und zu antworten. Bei Dir stelle ich mir gerade die Frage: Wieso bin ich bis jetzt nicht in Deiner Leserliste, obwohl ich Dich doch in die Blogroll genommen habe? Manchmal geht das einfach zunächst schneller, um jemanden nicht aus den Augen zu verlieren ;-)
    Hab noch einen schönen Samstag (hier gerade mit viel Sonne und blauem Himmel)
    Mina (bin nun in Deiner Leserliste) *smile* :-)

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  3. Hallo Kathy,
    mir gefallen am liebsten Blogs wie deine.
    Ein schönes Design, eine nette, ehrliche und erfrischende Person mit interessanten Themen oder Ideen.
    Dabei ist es mir ganz egal, ob der Blog 20 Follower hat oder 820.
    Viele Blogs mit vielen Lesern streiche ich irgendwann wieder, weil wie Mina auch schreibt, es kaum noch Kontakt mit dem Blogschreiber gibt. Das finde ich dann schade. Und was garnicht geht, ist wenn keine Kommentare beantwortet werden. Also man muss jetzt nicht immer Danke hinschreiben, aber zumindest wenn Leser Fragen stellen, die auch für andere wieder interessant werden.
    Ich selbst habe überhaupt keine Ahnung von Codes und html, alles was ich gemacht habe, hab ich mir stundenlang ergoogelt (zb. Pinterestlink usw.). Aber größere Herausforderungen schaffe ich nicht und will ich auch garnicht, weil ich das nicht so erforderlich finde für einen Blog.
    Also für mich ist ein Blog hauptsächlich wichtig durch die Persönlichkeit oder die Inspiration, weniger das Design und die Aufmachung.
    Lg,
    Marli

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  4. Hey! Für mich ist ein Blog etwas Privates, jemand, der seine Geschichten erzählt und seine Bilder zeigt, was auch immer diese zum Inhalt haben. Wenn jemand zusätzlich einen onlineshop hat, darf auch gerne mal Werbung in eigener Sache dabei sein. Schade finde ich, wenn es nur noch gesponserte Posts und Werbung gibt und das Private ganz flöten geht. So nach dem Motto, das habe ich HIER gekauft und das HIER...ab und zu mache ich das ja auch, aber eben nur ab und zu und in keinem kommerziellen Rahmen. Und wenn die Geschichten und Bilder hinter dem Blog mir gefallen, ist mir das Design relativ schnurz ;)! Liebste Grüße, Rieke

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  5. Huhu Katy,

    mir geht es ähnlich wie Rieke...zu kommerziell ist nicht so mein Ding, obwohl ich auch ab und zu solche Blogs lese, und mich inspirieren lasse. Ursprünglich ist ein Blog ja als "Tagebuch" gedacht - aber wer von uns Wohnbloggern postet schon täglich? ;o)
    Ich schaue mir sehr gerne gute Fotos an, wenn es dazu noch Text mit etwas Wortwitz gibt - umso besser. Es ist sicher ganz individuell,
    wen was anspricht. Schönes, individuelles Blog-Design mag ich persönlich wahnsinnig gerne (aber bloss nicht zu bunt), bei meinem Blog kann ich allerdings gar nix mehr verändern...noch nicht mal die Schriftgröße :o(
    Ich habe mal irgendwo gelesen, warum, aber um das zu beheben, braucht man gute HTML-Kenntnisse, die hab ich nicht... also bleibt alles, wie's ist.

    Liebe Wochenendgrüße,
    Salanda

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  6. Hallo Kathy,

    ich finde das ist eine schwierige Frage. Meinetwegen darf ein Blog auch gerne professionell aussehen und von jemandem gemacht sein, der es kann. Ich finde man muss sich nicht mit einem Design rumplagen, das einen nicht glücklich macht, nur weil man es selbst nicht besser kann. Mein Blogdesign ist zum Beispiel gekauft. Natürlich könnte ich mich reinfuchsen und ein kostenloses Theme mit html aufwerten oder so anpassen, dass es mir gefällt, aber dafür fehlt mir die Zeit. Das Theme, welches ich benutze haben mittlerweile ganz viele im kreativen Blogbereich, dennoch mag ich es nicht ändern, denn es passt gut zu mir. Zumindest im Moment ;o) Vielleicht wird es auch mal wieder bunter bei mir, wer weiß das schon.
    Gerne dürfen Blogs auch sponsored Posts bringen und für ihre Shops Werbung machen. Es kommt eben auf die Mischung an. Wenn der Blog vom Design und Inhalt ansprechend ist, dann lese ich ihn auch. Dabei ist es egal ob professionell gestyled mit vielen Lesern oder klein, fein und selbstgebastelt mit Hilfe von selfhtml ;o)

    Liebe Grüße, Carmen

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  7. Hallo Kathy,
    für mich liegt der Unterscheid zwischen Blog und Magazin (etc.) darin, dass ein Blog etwas persönliches ist. Man bekommt von dem Leben des Bloggers etwas mit und sieht seine "Welt" (Zuhause, Outfitts etc.) Mit Werbung auf Blogs habe ich überhaupt kein Problem, im Gegenteil. Ich kann es verstehen, wenn jemand mit seinem Blog auch etwas verdienen möchte, Es steckt ja auch viel Arbeit in jedem Post. Ich habe eher ein Problem mit dem Wohnblogs, die ausschließlich Wohnreportagen von irgendwelchen un(bekannten) Fotografen zeigen oder die Bilder von Pinterest nehmen. Da weiß ich nicht mal wer der Blogger ist, noch habe ich das Gefühl, dass da Arbeit drin steckt und manchmal frage ich mich, ob das rechtlich überhaupt machbar ist...Man kann ja nicht einfach Bilder von anderen hochladen (das ist jetzt aber ein anderes Thema)
    Also, solange der Blog Persönlichkeit hat und man merkt, dass da jemand mit viel Leidenschaft dahinter steht, stört mich die Werbung überhaupt nicht.

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  8. Das Frage ich mich auch des öfteren wenn ich so durch das Internet streife ob Seiten die mit Blog deklariert sind auch wirklich Blogs sind. Viele Leute glauben sie führen einen "Blog" dabei hat das was sie tun rein gar nichts damit zu tun. Aber lassen wir sie mal in ihrem Glauben das sie sich der Blogger Scene anschließen und sie glücklich sind. Wichtig ist schon auch die Person die dahinter steht. Das man erkennt, dass da einer/eine ist die sich hier zum Besten in der richtigen Art und Weise gibt. Aber eigentlich ist es mir auch egal, ob Blog oder nicht Blog steht, solange ich meine gewünschten Inhalte zum lesen bekomme, passts mir eigentlich ;)
    Lg,

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  9. Gute Frage aber ich persönlich mache mir da keine großen Gedanken darüber. Solange ich etwas finde was ich lesen kann und was spannend und interessant ist, so wie das hier. Dann bin ich schon zufrieden. Oft lese ich auch einfach nur Sachen bei denen ich mir denke über was sich manche Menschen Gedanken machen. Da bin ich dann immer wieder überrascht und erstaunt ^^
    lg

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  10. Ehrlich gesagt, habe ich mir bisher auch noch keine Gedanken darüber gemacht. Aber mich persönlich stört es ungemein wenn ein "Blog" nur noch aus Beiträgen zu gesponserten Artikeln - egal ob Kosmetika, neue Helferchen oder was auch immer - besteht. Ein Blog sollte immer eine persönliche Note haben und etwas über den Autor verraten. Sei es in dem Gedanken und Fragen geteilt werden oder in dem man Einblicke in bestimmte Erlebnisse oder Lebensweisen erhält.

    LG

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Tausend Dank für deine Worte! :-)