Dienstag, 8. April 2014

Mein Buch-März 2014

Endlich ist sie wieder zurück! Die Lust und die Zeit zum lesen! Eigentlich bin ich ja eine echte Leseratte und weil ich im Januar erst mal ne Runde flach lag und eh ans Bettchen gebunden war, hab ich allein in dem Monat ganze elf Bücher verschlungen. Auch für mich eine echte Hausnummer. Danach bin ich aber leider wieder fit geworden und hab meine freien Minuten eben auf der Baustelle verbracht. Das hat sich jetzt zumindest endlich erledigt. Auch wenn wir, wie ihr ja wisst, noch lange nicht fertig sind, bleiben dann doch mal ein paar mehr Minuten, die man mit ein bisschen mehr Ruhe genießen kann. Und - wichtiger Punkt - ich falle abends nicht mehr wie ein Stein ins Bett und kriege keine zwei Seiten gelesen, ohne dass mir die Augen zufallen. Mittlerweile schaff ich sogar wieder meine gewohnte Tagesration. ;-)
Daher hab ich beschlossen, dass ab jetzt monatlich ein kleiner literarischer Monatsrückblick auf dem Blog erscheinen soll. Eine kleine Befriedigung für mich als Buchliebhaberin und auch für euch vielleicht ganz interessant. Kleine Info allerdings vorab: die meisten Bücher lese ich auf englisch, zu Übersetzungen ins Deutsche kann ich daher meist nichts sagen.

Der März war ein sehr anstrengender Monat für uns. Alles war irgendwie kurz vor knapp, alle Kraft wurde in eine Richtung geworfen und ich konnte mich kaum auf andere Themen als unser Häuschen konzentrieren. Trotzdem habe ich fünf Bücher gelesen und frage mich selbst gerade, wann das passiert ist. ^^

Den Anfang hat einer meiner Lieblingsautoren gemacht: Michael Robotham. Der Mann lebt in Australien und schreibt Thriller und Krimis, oft mit dem Psychater Joseph O'Loughlin in der Hauptrolle. Dabei legt er so viel Wert auf Details, baut die Figuren so realistisch und nachvollziehbar, dass ich mich jedes Mal tief in die Handlung reinziehen lassen kann und die Bücher kaum aus der Hand legen will. Normalerweise bin ich übrigens kein Fan davon, a-chronologisch zu lesen, bei der Reihe lies es sich aber irgendwie nicht vermeiden. Deswegen waren in diesem Monat der zweite und der sechste Teil der Reihe dran.

 Michael Robotham - Amnesie
Im Buch werden wir Zeuge, wie Detective Inspector Vincent Ruiz halb tot und mit starken Gedächtnislücken aus der Themse gefischt wird. Und, eine Ausnahme, wir bleiben bei ihm. Denn nun finden wir heraus, was passiert ist, wer Ruiz ins Bein geschossen hat und wer, Achtung, ihm ein paar ziemlich wertvolle Diamanten in den Schrank gelegt hat. 
Eine wirklich spannende Geschichte und ein echter Süchtigmacher. Für meinen Geschmack hätte ich gern mehr von Jospeh selbst und seiner Sichtweise auf den Fall gelesen. Daher gab es nur vier von fünf Sternen. :-)

Michael Robotham - Sag, es tut dir leid
Der sechste Fall von Jospeh ist auch der aktuellste Fall. Das Buch ist erst im September 2013 erschienen und hat dann natüüüürlich sofort die Bestseller-Liste gestürmt. Völlig zu recht, finde ich.
Wir springen in der Geschichte ganz arg und ich darf zumindest verraten, dass sich für unsere Hauptfigur Jospeh privat einiges verändert hat. Er leidet mittlerweile spürbar an Parkinson und lebt von seiner Frau und seinen Töchtern getrennt und arbeitet eigentlich nicht mehr in beratender Tätigkeit für die Polizei. Aber wie sich das für einen echten Romanhelden gehört, wird er auch dieses Mal in einen Fall hineingezogen. Vor zig Jahren sind nämlich zwei Mädchen verschwunden, von denen eines plötzlich erfroren in einem See gefunden wird. Nur ein paar Meilen entfernt sind in der selben Nacht zwei Menschen brutal ermordet worden. Wieso alles zusammenhängt und wer dahinter steckt, das finden wir natürlich heraus, verrate ich aber jetzt nicht. ^^ 
Auch hier gilt wieder: super spannend und sehr vielschichtig. Ich kriege einfach nicht genug von den Menschen, die in Robothams Büchern leben. Daher: fünf von fünf Sternen.


Sebastian Fitzek - Noah
Ich bin danach beim Thriller geblieben und habe Fitzeks neustes Werk gelesen: Noah. Und ich war mehr als positiv überrascht. Normalerweise kennen wir von Fitzek eher teils ziemlich grausame Psychothriller, die uns eventuell ein wenig verstört zurücklassen. Dieses Mal ist alles anders. Denn wir begleiten Noah. Dabei wissen wir noch nicht einmal, ob er wirklich so heißt. Denn die Figur Noah wacht eines Tages auf Berlins Straßen auf und hat ihr Gedächtnis verloren. Nur auf seiner Hand steht der Name Noah. Gemeinsam mit einem anderen Obdachlosen durchstreift er Berlin und zieht sich eines Abends in eine U-Bahn-Station zum schlafen zurück. Bevor er sich mit Zeitungen zudeckt, fällt sein Blick auf eine Schlagzeile und das dazugehörige Bild. Schlagartig blitzen Erinnerungen in ihm auf - und die ziehen weite Kreise. 
Bei Noah haben wir es mit einer bunten Thriller-Mischung zu tun, die im Stil von Schätzing und Co. sehr spannend ist und gleichzeitig sehr nachdenklich macht. Für mich eine absolut neue Seite von Fitzek und ich freue mich sehr, wenn wir mehr davon zu lesen bekommen. Für alle, die noch Urlaubslektüre suchen oder sich einfach mit einem Süchtigmacher in die Sonne zurückziehen wollen, ein absolutes Muss. Fünf von Fünf Sternen!


Bettina Belitz - Vor uns die Nacht
Ich geb ja zu, ich bin ein großer Fan von Jugendbüchern und mag es manchmal gern romantisch. Daher bin ich auch ein großer Fan von Bettina Belitz. Ihre Splitterherz-Trilogie hat mich absolut süchtig gemacht, jeden einzelnen Wälzer hab ich regelrecht verschlungen. Belitz hat eine Schreibart, die einen richtig einsaugen kann und zu echtem Realitätsverlust führ. ^^ Im positiven Sinne natürlich. Daher habe ich mich umso mehr gefreut, als ich gesehen hab, dass ihr neuer Roman diesen Monat erscheint und schon letztes Jahr die entsprechende Vorbestellung getätigt. Leider muss ich aber sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war. Denn irgendwie hatte ich das Gefühl, Belitz hat sich hier selbst verloren. Aber zuerst kurz zum Inhalt:
Wir lernen Ronia kennen. Sie ist jung, hat ein schönes behütetes Leben und studiert Archäologie. Aber irgendwas fehlt ihr. Das Abenteuer? Die große Liebe? Das bestimmte Etwas im Leben? Denn Ronia ist hauptsächlich unglücklich und unsicher. Das ändert sich übrigens auch nicht wirklich, als sie Jan kennenlernt. Der ist geheimnisvoll, natürlich unheimlich gut aussehend und selbstverständlich unnahbar. Trotzdem führt das Schicksal die Wege der Beiden immer wieder zusammen. Und was wäre in Liebesroman, wenn sich daraus nicht eine Affäre entwickeln würde? 
So weit, so gut. Was mich aber sehr gestört hat, war der negative Tenor hinter der Geschichte. Die Hauptprotagonistin hat sich immer nur beschwert, war immer unglücklich und hat einfach nichts schätzen können. Wenn eine 16jährige so unsicher und launisch ist, dann kann ich das akzeptieren, aber Ronia soll über 20 sein! Für so einen hohen Nervfaktor kam inklusive Belitz-Bonusstern leider nur zwei von fünf Sternen bei rum.


Simon Beckett - Der Hof
Mir fällt grad auf, ich hab diesen Monat fast nur Neuerscheinungen gelesen. Denn auch der Hof von Beckett reiht sich da ein. Und passt übrigens auch gut in die Reihe der ungewöhnlichen Neuerscheinungen. Normalerweise kennen wir von Beckett ja immer seine guten spannenden und sehr soliden Krimis. Jeder gut, jeder intensiv und für jeden brauch ich persönlich ungefähr zwei Tage. ^^ Dieses Mal ist das ein kleines bisschen anders. 
Btw: Fällt euch am Titel was auf?! Ich hatte vor dem lesen schon Angst, ich könnte danach nie wieder schlafen! ^^
Also, wir finden uns zu Beginn des Buches in einem Auto in Frankreich wieder. Gemeinsam mit unserem Hauptprotagonisten Sean. Der ist Engländer und hat aus irgendeinem Grund tierische Angst vor der Polizei und will unbedingt das verhängnisvolle Auto los werden. Kurz entschlossen lässt er die Karre also irgendwie in Südfrankreich stehen und macht sich zu Fuß auf den Weg. Als dann ein Auto seinen Weg kreuzt, versteckt er sich im Gebüsch. Und genau hier beginnt sein Verhängnis. Denn dabei tritt er in eine Tierfalle, verliert das Bewusstsein und wacht erst wieder auf, als in einem Bett in einer alten Scheune steht. Er ist auf dem Hof. Wer aber jetzt erwartet, dass sich a la Laymon böse böse Menschen auf diesem Hof aufhalten und Sean dort gefangen gehalten wird, der täuscht sich. Man kümmert sich nämlich ganz gut um ihn. Und wirklich böse Gedanken hat hier (kaum) einer. Aber trotzdem stimmt etwas nicht. Was das ist, das erfahrt ihr aber nicht von mir. ^^
Das Buch hinterlässt einen faden und trockenen Nachgeschmack. Man kann die Hitze Südfrankreichs und den Staub förmlich auf der Zunge spüren. Und auch die Atmosphäre weiß Beckett wieder brilliant zu beschreiben. Trotzdem war mir die Geschichte insgesamt ein wenig zu langatmig und die Charaktere ein wenig zu unsympathisch. Mir hat ein Identifikationscharakter gefehlt. Daher gibt es drei von fünf Sternen.

So, eine ganze Stange Text. Ich hoffe, für euch war trotzdem etwas passendes dabei. Im April sieht es bislang sehr nach Jugendbuch und sehr nach Fantasy/Dystopie aus. Mal sehen, was ich euch da bieten kann.

Alles Liebe, eure Kathy

Kommentare:

  1. Die ersten beiden Krimis klingen echt interessant. Aber bevor ich diese Reihe anfange muss ich erst mal den Stapel neben meinem Bett abarbeiten ;o) Sie kommt aber auf die Liste.

    Liebe Grüße, Carmen

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  2. Also 11 Bücher schaffe ich nicht mal in 11 Jahren!! Hut ab!
    Ich lese im Moment gerade mal die Tageszeitung (ehr Überfliegen) und irgendwelche News bei web.de.
    Aber früher hab ich auch seeehr viel gelesen!
    Übrigens: hab ich dich für den "Liebster Award" nominiert, weil ich deinen Blog so gern mag :)
    Vielleicht magst du ja mitmachen.
    Liebe Grüße,
    Marli
    http://leckerschmeckerbymarlika.blogspot.de/2014/04/flohmarkt-errungenschaften-und-liebster.html

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    1. Oooooh! Da freu ich mich aber ! Jetzt schau ich mal, wann ich es schaffe, deine Fragen zu beantworten und selber den Award weiterzugeben! So Internetlos is das ein bisschen schwierig! Aber danke, liebe Marli. :-)
      Liebe Grüße, Kathy

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Tausend Dank für deine Worte! :-)