Mittwoch, 2. Dezember 2015

Alltag und Hund - Chili und ich

Mit diesem Beitrag leite ich jetzt eine ganze Reihe an Beiträgen ein und ich freue mich darüber wie ein Festtagsschnitzel! 
Schon ewiglich lange hab ich mich gefragt, wie bei anderen Menschen der Alltag mit dem Hund so aussieht, wie sie Beruf und Hund unter einen Hut bringen, was sie mit ihrem Tier machen, wenn es ihnen mal nicht so gut geht, wenn sie dringend irgendwohin müssen und wie sich das Leben anderer Menschen verändert hat, nachdem sie sich einen Hund angeschafft haben.
Ich habe ja schon öfter erzählt, dass ich früher eigentlich eher der Katzenmensch war. Hund war für mich nie Thema. Jetzt versteht mich nicht falsch, Tiere habe ich alle gleich geliebt, schon immer, aber Kätzchen hatten (und haben) einen besonderen Platz in meinem Herzen. Als der Mann dann unbedingt einen Schäferhund als Wachhund "engagieren" wollte, war ich zunächst skeptisch. Der erste Hund für mich und dann gleich so ein großes Tier. Andererseits fand ich das auch völlig logisch. Auf so einem großen Hof, mitten im Nix, so ganz allein..da wäre ein verlässlicher Beschützer, der an meiner Seite steht, schon nicht schlecht. Also habe ich zugestimmt. Und im Grunde kam alles anders, als ich gedacht habe.
Denn als Chili mich das erste Mal mit ihren kleinen braunen Kulleraugen angeblickt hat, sich auf ihren Rücken geschmissen hat und mir ihren dicken Welpenbauch zum kraulen hingehalten hat, war es komplett um mich geschehen. Ich wusste sofort: ab jetzt bin ich Hundemama. Völlig unfreiwillig. Denn ich hab immer gedacht, Hund is Hund..der kommt zu uns, wird gut behandelt und ist halt ein Haustier. Ich hätte NIE damit gerechnet, dass unser Hund nicht nur ein Haustier wird, sondern meine beste Freundin, meine Gefährtin und das Fell, in das ich meine Nase in allen Lebenslagen eingraben möchte. Chili hat mich auf eine ganz besondere Art und Weise erfüllt, wie es eine Katze (sorry, liebe Kätzchen..ich liebe euch trotzdem) nie gekonnt hätte. Denn Chili steht an meiner Seite..und zwar immer! Und weil das so ist, hat sich eben unser ganzer Alltag verändert.



Wie einige wissen, bin ich Fernsehjournalistin. Bedeutet, ich mache Beiträge für Magazine wie Stern TV, Abenteuer Leben oder Galileo, stehe aber auch mit Kameramann und Team hinter der Kamera, wenn es darum geht, sogenanntes Footage-Material für große Firmen zu drehen. Dafür reisen wir ab und an mal herum (New York zum Beispiel), aber die meiste Zeit bin ich im Büro. Zum Glück darf Chili da mit. Sie ist also Bürohund. Und auch wenn das jetzt einfach klingt, war das vor allem am Anfang echt anstrengend. Einen Welpen mit im Büro zu haben, bedeutet Multitasking vom Feinsten. Niemand sollte sich da was vor machen. Alle paar Stunden raus, zwischendurch Futter und Beschäftigung. Denn man hat nun mal ein Kind mit im Büro und das verhält sich auch so. Chili war zwar schon immer lieb, aber sie ist und bleibt ein Schäferhund und die sind nicht dafür bekannt, besonders geruhsam und anspruchslos in der Ecke zu liegen. (Im Übrigen liegt Chili zur Zeit hinter meinem Schreibtisch auf ihrem Bettchen..geruhsam und anspruchslos, aber wir sind ja auch nicht im Büro^^) 
Mittlerweile arbeite ich nur noch Teilzeit. Bedeutet, Chili kommt nur noch an drei Tagen in der Woche mit ins Büro. Das Büro liegt seit Anfang des Jahres in einem Wohnhaus, in dessen Erdgeschoss eine Art Hundetagesstätte ist. Wenn sie möchte, darf sie also mit all den anderen Hunden den ganzen lieben langen Tag im Garten toben. Das ist wundervoll, für mich ideal. Aber ich lasse es mir trotzdem nicht nehmen, die Mittagspause mit ihr zu verbringen. Denn ab dem Zeitpunkt, in dem Chili sich sogar mit in mein Berufsleben geschlichen hat, waren die Pausen nicht mehr meine. Gegessen habe ich während der Arbeit, in meiner Pause sind wir spazieren gegangen. Büroschick habe ich umgetauscht gegen Hundeklamotten...und so kann ich mich nach einem Arbeitstag, an dem es zum Beispiel geregnet hat und wir mittags ne Stunde durch den Wald gelatscht sind, nirgendwo mehr blicken lassen..da bin ich nämlich voll Schlamm und seh aus wie Sau. Klingt toll, oder? Jetzt fragt ihr euch, wieso packt die sich keine Hundesachen ein..mach ich ja..ich schlepp jedes Mal Gummistiefel etc mit. Man hat mit Hund also ungefähr drei Mal so viel zu schleppen, wenn man nicht alles doppelt hat und im Büro bzw. am Arbeitsplatz deponieren kann. 
Bin ich mal auf Dreh, bleibt Chili übrigens bei meinen Eltern oder bei einer ganz tollen Bekannten und Chilis bester Freundin Fussel (meine Instagram-Follower kennen sie ja schon). Das ist für uns perfekt und auch für Chili schön. Ich bin sehr froh, dass wir jemanden gefunden haben, den wir unseren Hund anvertrauen können, denn das war gar nicht so einfach. Nicht jeder kommt mit so einem großen und starken Hund zurecht...leider. 


Ihr seht also, Alltag und Hund..das kann gehen, aber man muss einige "Abstriche" machen.
1. Mittagspausen (und manchmal auch das Mittagessen) werden geteilt. 
2. Eigene Handtasche? Nope..ab sofort sind da zumindest Kottüren in jeder Nebentasche verteilt. 
3. Verabredungen nach Feierabend? Fallen für uns weg, es sei denn, ich seh nicht aus wie Sau und wir treffen uns an einem hundefreundlichen Ort. 
4. Einladungen müssen vorab geplant werden. Sind wir länger als 4-5 Stunden weg, bestehe ich darauf, dass sich jemand um Chili kümmert. Sie bleibt nie länger allein zuhause. Nicht, dass sie das nicht könnte, aber solange ich die Möglichkeit habe, sie gut unterzubringen, mache ich das auch. 

Abstriche habe ich übrigens mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt. Denn auch wenn sich manche Sachen für Nichthundemenschen krass anhören, für mich ist das alles nicht schlimm. Chili schenkt mir so viel Freude, so viel Liebe und Lachen...für sie würde ich alles tun. 

In den nächsten Wochen könnt ihr euch auf weitere Beiträge aus der Reihe freuen. Viele Blogger und auch Nicht-Blogger haben sich bereit erklärt, uns von ihrem Alltag mit Hund zu berichten und ich freue mich schon darauf, zu erfahren, wie andere den Alltagstrott so meistern.

Fühlt euch gedrückt, eure Kathy

Kommentare:

  1. Kathy - das ist ein ganz toller Post! Und sehr interessant. Ich kann durch Lilly natürlich Vieles nachempfinden und würde mich freuen, wenn du mich in die Reihe der Berichterstatter mit aufnehmen würdest. Denn manchmal ist die Lilly auch ein Bürohündchen.
    Ganz liebe Grüße von Lilly & mir ♥

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    1. Liebe Rahel,
      du hast schon eine Mail von mir! Ich freu mich!
      Ganz liebe Grüße zurück!!!

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  2. Haha.. also doch Mama. Ich kenn das ja alles schon aus deinen Erzählungen. Aber so zusammengefasst ist das tatsächlich eine ganz schöne Umstellung. Aber wenn sie sich lohnt und ihr alle glücklich seid - dann lohnt das auch!
    Drück dich!

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    1. :-* Du kriegst ja eh alles hautnah mit! ^^ Ich olle Hundemami.

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  3. Ein ganz toller Einblick in euer Leben und dann noch der Auftakt einer ganzen Reihe - ich freu' mich :-) Ich hätte nie gedacht, dass du eher der Katzenmensch bist/ warst - aber das ist ja das Tolle an Blogs, man lernt sich mit der Zeit immer besser kennen. Was ich auch richtig schön finde ist, dass Chili nie länger als 4-5 Stunden alleine bleiben muss. Das finde ich absolut richtig und wichtig. Und deinen Beruf finde ich ja auch mal super spannend - ich wollte dich schon die ganze Zeit fragen, was du eigentlich beruflich machst ;-)

    Liebste Grüße

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  4. So soll es doch sein, oder? :) Ich bin auch nicht weniger Hundemami, das ist ganz furchtbar.. Und die Handtasche ist mindestens noch voller Kekskrümel und Reste des aufgeweichten Kauknochens. Herrlich!

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  5. Hey!
    Ich kann diesen Post so nachvollziehen. Leider kann meine nicht mit zur Arbeit, daher läuft das ganze bei uns noch etwas anders ab, aber so ist das nunmal. Ich finde es schön, dass Hund und Alltag bei euch so harmonisch funktioniert :)
    Liebe Grüße christina

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  6. Toller Post Kathy!
    Ich folge deinem Hunde-Alltag gern, auch wenn ich eher der Katzenfan bin. Aber wer weiß, vielleicht kommt es irgendwann sowie bei dir. Abwarten!
    War übrigens letztens nach Jahren mal wieder bei 'Stiel + Blüte' mit meiner Mutter und das nur, weil ich immer noch deinen Post oder wars nur ein Instagram Foto im Kopf hatte. Danke für den Anstoß ;-) Am liebsten mag ich aber diesen tiefen Bachlauf und das Licht und den Geruch in den alten Gewächshäusern. Kindheitserinnerung halt. Früher, als ihre Eltern noch die Gärtnerei 'Schulte-Nover' hatten waren wir öfter da. Mag vielleicht an den Preisen liegen :-D :-D
    Liebe Grüße aus Essen,
    Christina

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  7. Da steckt so viel Liebe und Begeisterung in deinem Post, das ist einfach wundervoll!
    Für ein Leben mit Hund muss man so einiges an seinen gewohnten Freiheiten ändern, aber dafür bekommt man mehr als genug zurück, dass kenne ich von meinem kleinen Wuffel ja auch. Und ja, für alle die es sich nicht vorstellen können: Es ist wie mit einem kleinen Kind, welches nie wirklich erwachsen wird! :D
    Liebste Grüße
    nossy

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  8. Ein ganz wundervoller Text und man kann Eure Liebe richtig heraus lesen! *.*
    Ja die kleinen Welpen, die wickeln einen mal schnell um den Finger. Ich kenn das nur zu gut mit unserem Eisbären. Ich finde es total toll, dass du Chilli mit ins Büro nehmen kannst! Das konnte ich früher leider nicht machen. Da ich jetzt allerdings eine Ausbildung zur Hundetrainerin mache, habe ich wirklich total viel Zeit für Finn und er ist mein Versuchsobjekt.
    Ich wünsche euch eine wundervolle gemeinsame Zeit :)
    Allerliebste Grüße
    Lisa & Finn

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  9. Liebe Kathy,
    danke für diesen Blick "hinter" die Kulissen! Ich bin auch mit Katzen groß geworden und konnte mir auch lange keinen Hund vorstellen, bis der Lieblingsmann in mein Leben getreten ist und mitgeteilt hat, dass er keine Katzen mag (und ich auch mittlerweile eine Katzenallergie habe, also halb so wild, dass wir keine. Katzen haben werden) und irgendwann einen Hund haben möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Leben dadurch verändert, aber es einem auch viel viel Schönes gibt! Mal schauen, wann es bei uns soweit ist. Erstmal umziehen :-) Ich freue mich auf deinen nächsten Berichte!
    Liebe Grüsse,
    Nadine

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Tausend Dank für deine Worte! :-)